Urteil: Staat muss barrierefreies Fahrzeug für behinderte Kinder garantieren

Bild: © panthermedia.net/Alexis B lec - Behinderte Kinder haben nach einem aktuellen urteil den Anspruch auf ein barrierefreies Fahrzeug

Bild: © panthermedia.net/Alexis B lec - Behinderte Kinder haben nach einem aktuellen urteil den Anspruch auf ein barrierefreies Fahrzeug

Ein aktuelles Urteil am Sozialgericht München dürfte für viele behinderte Kinder und ihre Eltern eine große Erleichterung bringen. So urteilten die Münchner Richter, dass der Staat ein barrierefreies Fahrzeug für betroffene Kinder garantieren muss, insofern das behindertengerechte Auto für die Teilhabe des Kindes am sozialen Leben benötigt wird. Der Staat soll in Form einer Eingliederungshilfe bei der Beschaffung oder dem Umbau eines behindertengerechten Autos helfen.

Die höhere Instanz hat entschieden

Was aber bedeutet es genau, dass ein Auto für die Teilhabe am sozialen Leben benötigt wird? Laut dem Sozialgericht ist diese Voraussetzung bereits dann erfüllt, wenn der behinderte Mensch nur mit Hilfe eines Autos die nähere Umgebung seiner Wohnung besuchen kann und dies aus Gründen der sozialen Eingliederung tun möchte. Im konkreten Fall vor dem Münchener Sozialgericht ging es um ein zehnjähriges Kind auf einem Bauernhof, das geistig fit, aber in der unteren Körperhälfte gelähmt ist. Der Antrag auf Unterstützung beim Beschaffen eines behindertengerechten Fahrzeugs, damit das Kind seine Freunde im Umland besuchen konnte, wurde zunächst mit der Begründung abgelehnt, solche Hilfen würden nur gewährleistet, wenn sie für das Arbeitsleben wichtig seien. Erst die höhere Instanz des Münchner Sozialgerichts urteilte zu Gunsten des jungen Klägers und setzte so ein wichtiges Zeichen für viele behinderte Kinder und ihre Eltern.

Soziales Urteil

Denn nicht jede Familie mit behindertem Nachwuchs kann sich mal eben ein behindertengerechtes Auto leisten. Um die Kosten möglichst gering zu halten, schaffen sich daher viele Betroffene einen Kombi oder Geländewagen aus 3. Hand an, um diesen anschließend entsprechend umbauen zu lassen. Beispiel: Ein gebrauchter aber gut gepflegter BMW der X-Serie. Oder man setzt auf Behindertenfahrdienste, die allerdings oft mit sozialen Stigma einhergehen und daher für die Teilhabe am sozialen Leben nicht gerade förderlich sind. Letzte Möglichkeit ist für betroffene häufig auch der Wechsel des Wohnsitzes. Das dürfte sich dank dem aktuellen Urteil aus München nun ändern.


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