die Probefahrt:

Ok, jetzt ist es soweit. Sie waren mit allen Punkten soweit zufrieden und/oder haben vernünftige Erklärungen dafür bekommen. Sie sind weiter an dem Fahrzeug interessiert und wollen jetzt eine ausgiebige Probefahrt machen?

Radio und Verkäufer haben jetzt Pause, denn Sie wollen sich auf die Geräuschkulisse des Fahrzeugs konzentrieren. Übrigens, für Unfälle mit einen Vorführwagen die dadurch entstehen, weil Sie sich mit dem Wagen nicht richtig auskennen, haften Sie nicht, wenn der Unfall nur leicht fahrlässig verursacht wurde (BGH NJW 1972, S. 1363 ff.). Dennoch sollten Sie selbstverständlich prüfen, ob das Fahrzeug ordnungsgemäß versichert ist.

Starten Sie den Motor! Springt er sofort an? Läuft er rund? Wie nimmt er das Gas an?

Schaltet das Getriebe leicht und lautlos?

Testen Sie alle Verbraucher. (Wisch-/Waschanlage, Heckscheibenheizung etc.)

Öffen Sie das Fenster und achten Sie auf Motor-, Getriebe- und Auspuffgeräusche.

Prüfen Sie die Kupplung während der Fahrt bei einer leichten Steigung. Geben Sie im 2.-3. Gang Vollgas und treten Sie die Kupplung langsam durch, bis der Motor anfängt hochzudrehen. Anschließend lassen Sie die Kupplung los. Wenn die Kupplung in Ordnung ist, wird sie sofort greifen und die Drehzahl herunter gehen.

Schlagen Sie bei langsamer Fahrt das Lenkrad stark ein. Hören Sie Knackgeräusche? (Antriebswelle/Radlager defekt!)

Wie ist der Geradeauslauf? Vibriert das Lenkrad? (Unwucht in den Rädern oder Bremsscheiben)

Testen Sie die Lenkung und prüfen Sie das Lenkspiel. Wie stark können Sie das Lenkrad bewegen bis es auf die Lenkbewegung reagiert? Bestenfalls reagiert das Fahrzeug sofort.

Beim Bremsen darf das Fahrzeug nicht zur Seite ziehen (Defekt im Bremssystem/Fahrwerk etc.) und es sollten auch keine Schleifgeräusche durch abgenutzte Bremsbeläge/Scheiben zu hören sein.

Testen Sie das Fahrwerk. Fängt es bei Unebenheiten an zu schaukeln? Dann stimmt etwas mit den Dämpfern oder Federn nicht. Hören Sie Schlag- oder Klopfgeräusche? Auch dann stimmt etwas mit dem Fahrwerk nicht.

Wenn Sie mit der Handfläche entgegen der Rollrichtung über die Reifen streichen und dabei feststellen, daß die Lauffläche sägezahnartig rau statt glatt ist, deutet das auch auf einen/mehrere defekte Stoßdämpfer hin.

Sie sollten auch mal auf die Autobahn fahren um zu prüfen, wie sich das Fahrzeug bei höheren Geschwindigkeiten verhält. Selbstverständlich sollten Sie sich immer dem Alter des Fahrzeugs und seinen Möglichkeiten anpassen. Einen Oldtimer sollten Sie keinesfalls im Grenzbereich fahren.

Prüfen Sie die Temparatur des Motors. Verändert sie sich stark im Stau/Kurzstreckenbetrieb oder bei Volllast?

Werfen Sie nach der Probefahrt nochmals einen Blick unter die Motorhaube? Alles dicht oder fallen Ihnen jetzt Lecks auf?

So, Sie haben die Probefahrt erledigt und sind rundherum zufrieden? Alle Papiere stimmen mit dem Fahrzeug überein? Angegebene Daten des Verkäufers stimmen?

Dann auf zum Kaufvertrag.