Autogas LPG / Erdgas
Eine gute Möglichkeit die Treibstoffkosten seines Fahrzeuges zu verringern und gleichzeitig etwas für die Umwelt zu tun ist eine relativ einfache Sache. Lassen Sie Ihr Fahrzeug in einer zertifizierten Werkstatt auf Autogas umrüsten.
Berechnen Sie, ob sich die Umrüstung auf Autogas für Sie lohnt.
Neben dem Autogas (LPG = Liquified Petroleum Gas) gibt es noch Erdgas (CNG = Compressed Natural Gas), das überwiegend von Autoherstellen direkt verbaut wird. Weiter verbreitet sind aber in Europa LPG - Autogas Tankstellen. LPG - Autogas bietet im Übrigen auch mehr Vorteile als Erdgas. Warum sich allerdings die Autoindustrie für Erdgas entschieden hat wird wohl ein Rätsel bleiben.
Die klaren Vorteile von Autogas sind:
1. Autogas wird bis zum Jahr 2018 kaum besteuert ( 18 Cent/Kg = 9,74 Cent/L) und kann so im Durchschnitt die Hälfte des Normal/Super Benzin kosten.
2. Fast alle Fahrzeuge, auch älteren Baujahres, können umgerüstet werden.
3. Der Motor hat eine längere Lebensdauer, da sich keine Verbrennungsrückstände (Ruß/Schlamm) bilden.
4. Die Reichweite wird vergrößert, da Sie mit Gas und Benzin fahren können. Das System schaltet je nach Anlage automatisch um.
5. Die Abgase sind geruchslos.
6. Die KFZ-Steuer ist gleichbleibend, da die gleiche Besteuerung wie für ein Benzin-Fahrzeug gilt.
7. Sicheres Tanken, da es sich um ein geschlossenes System handelt.
8. Die Umweltbelastung ist deutlich geringer als mit Benzin.
9. Der KFZ - Wiederverkaufswert steigt.
Die Nachteile einer Umrüstung sind:
1. Einbau bzw. Reparatur einer Gas-Anlage sollte nur von einem zertifizierten Betrieb ausgeführt werden. (Kosten zwischen 1.150 € - 3.500 €, je nach Zylinderanzahl, Leistung und Abgasnorm)
2. Auch der Gastank muß alle 2 Jahre vom Tüv auf Dichtigkeit geprüft werden (Zusatzkosten).
3. Wenn keine Reserveradmulde vorhanden ist, wird der Tank im Kofferaum verbaut, wodurch sich die Ladekapazität verändert. Es gibt aber auch die Möglichkeit von Unterflurtanks.
4. Das Fahrzeug verbraucht im Gasbetrieb im Durchschnitt 1 Liter mehr.
5. Bei einem Neufahrzeug verfällt die Garantie des Herstellers, wenn eine Anlage nachträglich verbaut wird. Dies läßt sich aber meist durch eine Zusatzversicherung abdecken.
Die unterschiedliche Technik:
Fahrzeuge die mit Autogas betrieben werden, können mit Benzin gestartet und nach einer kurzen Warmlaufphase je nach verbauter Anlage manuell oder automatisch auf Gasbetrieb umgestellt werden.
Man unterscheidet zwischen einer Venturi, sequenziellen oder LPI-Anlage.
Venturi-Technik
Teilsequenzielle Anlagen
Teilsequenzielle Anlagen verwenden ein elektronisch gesteuertes Dosierventil, welches das Gas mittels eines sternförmigen Gasverteilers in die Ansaugstutzen der Zylinder einbläst. Eine Querschnittsverengung im Ansaugtrakt und damit ein Leistungsverlust findet nicht statt. Ebenso ist die Backfire-Gefahr geringer, da das Gas unmittelbar vor den Einlass-Ventilen zugeführt wird und sich daher kein maßgebliches zündfähiges Gemisch im Ansaugtrakt befindet. Diese Anlagen verfügen häufig über einen eigenen programmierbaren Kennfeldgeber für den Gasbetrieb. Daher lassen sich auch ältere Fahrzeuge bis zur Schadstoffnorm Euro 3 mit diesem System ausstatten. Allerdings werden die teilsequenziellen Anlagen inzwischen recht selten angeboten, da sie gegenüber einer Venturi erheblich teurer in der Anschaffung sind und der Preis daher häufig den Restwert des umzurüstenden Fahrzeugs übersteige. Daher bieten sie die meisten Umrüster nicht mehr an. (Quelle: Wikipedia)
Vollsequenzielle Anlagen
Vollsequenzielle Anlagen (Stand der Technik im Jahre 2009) verfügen über ein eigenes Dosierventil je Zylinder. Diese modernen Anlagen besitzen häufig nicht mehr einen eigenen autonomen Kennfeldrechner, sondern rechnen die vom Benzinsteuergerät ermittelte Einspritzdauer unter Benzin in eine äquivalente Einblasdauer für Gas um. Statt der Benzindüse wird eine Gasdüse betätigt, das Steuergerät für Gas ermittelt lediglich druck- und damit lastabhängige Korrekturfaktoren. Daher ist die Umrüstung und vor allem Programmierung einfacher, setzt jedoch eine vorhandene sequenzielle oder gruppensequenzielle Benzineinspritzung voraus. Moderne Fahrzeuge verfügen bereits seit Mitte der 1990er Jahre über diese Technik. Die Einführung der Schadstoffnormen Euro 3 und Euro 4 mit EOBD (Euro-On-Board-Diagnose) machte dann die sequenzielle Benzineinspritzung zwingend erforderlich. Die Abgasnorm Euro 4 wird problemlos erreicht bzw. unterboten (Herstellerangaben). Auf jeden Fall ist eine Abgasbestätigung über die derzeit gültige (bzw. dem Fahrzeug entsprechende) Abgasnorm zu verlangen, da sonst eine Abnahme (TÜV) in Deutschland nicht (bzw. nur sehr schwer, also teuer) zu erhalten ist. Ebenso ist eine Bescheinigung über den korrekten Einbau sowie die Dichtheitsprüfung gemäß VDTÜV 750, etc. zu verlangen. (Dies ist auch bei den vorgenannten Systemen notwendig und bei im Ausland eingebauten Anlagen oft nicht vorhanden.) (Quelle: Wikipedia)
LPI-Anlagen
LPI ist die Abkürzung für Liquid Propane Injection und heißt übersetzt Flüssig-Propan-Einspritzung, also Flüssiggaseinspritzung. Die sequenzielle Gaseinspritzung in flüssiger Form stellt wohl die neueste (sogenannte) 5. Generation der Autogassysteme dar. Obwohl diese Technik bereits Anfang der 1990er Jahre vorgestellt wurde, gestaltet sich die technische Umsetzung nach wie vor problematisch. Diese Systeme sind im Vergleich zu Verdampfungsanlagen in der Regel etwas teurer, und die Flüssiggaspumpen und -tanks sind relativ laut und waren in den ersten Serienausführungen anfällig. Die Hersteller werben mit Brennraumkühlung, da das Autogas flüssig in den Motor eingespritzt wird. Auch wenn unter Umständen deutlich vor den Einlassventilen der Brennräume das Autogas in den Ansaugkrümmer eingespritzt wird und das LPG bereits im Saugrohr verdampfen sollte, wird der Ladeluftstrom des Motors dennoch gekühlt und damit der Liefergrad erhöht. Dies gilt nicht für Systeme mit Verdampfern. Hier versickert die Kühlwirkung des verdampfenden LPG im Kühlwasser und kann nicht zur Erhöhung des Liefergrads verwendet werden.Die Bezeichnung LPI hat sich der niederländische Hersteller Vialle markenrechtlich schützen lassen. Der Hersteller ICOM bezeichnet die Technik der Flüssiggaseinspritzung daher als JTG. Bei der Vialle-Anlage wird ein eigenes Kennfeld mittels separatem Steuergerät generiert - verschiedene Felder sollen schon vorgegeben sein. Das ICOM-System verwendet LPG-Einspritzdüsen, die in ihrer Charakteristik den Benzineinspritzdüsen gleichen. (Die Charakteristik ist nicht immer identisch, mit dem Resultat, dass in seltenen Fällen ein umgerüstetes Fahrzeug im Gasbetrieb in gewissen Lastbereichen entweder zu fett oder zu mager läuft und sich dadurch die langsame Adaption des Motorsteuergerätes verstellt, so dass sich daraus wiederum im Benzinstartverhalten Probleme ergeben.) Dadurch können die Einspritzzeiten des Benzinsteuergeräts verwendet werden, das Gassteuergerät arbeitet nur als Umschalter zwischen Benzin und Gaseinspritzdüse. Das Einstellen des Gassteuergeräts entfällt hierdurch, jedoch müssen die Gaseinspritzdüsen beim Einbau der Anlage kalibriert werden.(Quelle: Wikipedia)
Zertifizierte Umrüstbetriebe in ihrer Nähe
Betankung:
Weltweit werden derzeit 3 Anschlusssysteme verwendet. Je nach Land wird für die Nutzung der Zapfsäule ein entsprechender Adapter benötigt. (Bitte klären Sie vor Auslandsfahrten unbedingt ab, welcher Adapter vor Ort verwendet wird.) Adapter können im Zubehörhandel oder beim ADAC erworben werden. Meistens bieten aber auch die Tankstellen entsprechende Adapter an.
Sicherheit:
Bereits in mehreren Tests, unter anderem auch vom ADAC, wurde nachgewiesen, dass keine größeren Gefahren bei einem Unfall mit einem gasbetriebenen als mit einem benzinbetriebenen Fahrzeug ausgehen.